Nürnberg zeigt sich heute als moderne Industrie-Großstadt. Im Gegensatz dazu, stehen die mittelalterlichen Bauwerke in der Altstadt, die trotz der großflächigen Zerstörung im Zweiten Weltkrieg noch einen großartigen Eindruck von der Blütezeit der Noris vermitteln. Sehens- und besuchenswert für Stadtbewohner und Touristen gleichermaßen, sind die gut erhaltene Stadtbefestigung, die prachtvollen Kirchen, Bürgerhäuser und schließlich die alles überragende Burg. Nürnbergs historische Substanz stellt einen beeindruckenden Querschnitt durch die deutsche Geschichte dar. Schon in prähistorischer Zeit war das Pegnitzbecken dünn besiedelt, wie Funde aus der Steinzeit beweisen. Die Römer hatten das Land bis Weißenburg in Besitz genommen. Im Nürnberger Gebiet siedelten abwechselnd Kelten, germanische Hermunduren, Sweben und Thüringer. Frühe Handelsbeziehungen wurden durch Funde von Bernstein, Glas und Bronzegegenständen belegt.

„Nurenberc“ wurde im Jahre 1050 erstmals in der Sigenaurkunde erwähnt, in der Kaiser Heinrich III. die Freilassung der Hörigen (Leibeigenen) Sigena verfügte. Zu diesem Zeitpunkt bezog sich der Name Nourenberc „zu dem felsigen Berg“ wahrscheinlich auf eine Burg, die zum Schutz des Umlandes von Heinrich III. errichtet wurde. Das Pegnitzbecken war das Herzland des Reiches geworden. Von hier aus kontrollierte man die Verkehrswege nach Böhmen und ins Rheinland. Ab 1070 zog es viele Besucher nach Nürnberg ans Grab des wundertätigen Sebaldus. Lange Herrscheraufenthalte und die Hoftage Heinrichs IV. leiteten die Entwicklung zum Machtzentrum ein. Unter den Staufern wurde die Stadt ausgebaut, es entstanden die spätere Lorenzer Stadt und eine neue repräsentative Kaiserpfalz auf dem Burgberg. Die Burg ist eine der wichtigsten Festungen des Mittelalters.

An ihr lassen sich drei Phasen und Bauensembles voneinander unterscheiden:
Der älteste Teil ist die Burggrafenburg, von der nur noch wenige Reste zu sehen sind. Erhalten haben sich die Walpurgiskapelle und das wohnturmartige Burgamtmannshaus. Der Fünfeckige Turm, der auch das älteste Bauwerk – fällt dem Besucher durch seinen merkwürdigen Grundriss auf. Die etwas jungere Kaiserburg, erbaut um 1140, die unter Kaiser Friedrich I. Barbarossa ihre heutige Gestalt erhielt, diente als Befestigungsanlage. Zum relativ geschlossenen Bau gehört der auffallend wuchtige Sinwellturm, der wichtigste Wachturm der Stadt, der tiefe Brunnen, der die Wasserversorgung der Festung ab dem 12. Jahrhundert sicherte, der große Palas, ein Wohngebäude aus dem 15. Jahrhundert und die romanische Doppelkapelle. Westlich der Burg empfiehlt sich besonders im Frühjahr und Sommer ein Spaziergang im Burggarten. 1377 wurde mit der Errichtung des reichsstädtischen Teils der Burg begonnen. Zu sehen ist davon beispielsweise der Luginsland, ein Wachturm, der später auch als Gefängnis diente. Die Kaiseraufenthalte und Fürstentage förderten das Wachstum, und im Jahre 1163 erhielt Nürnberg das Stadtrecht. Im Zuge dieser Entwicklung wurde die Stadt zum Schauplatz der Reichspolitik. 1219 verlieh Friedrich II. im „Großen Freiheitsbrief“ Nürnberg wichtige wirtschaftliche Rechte, sowie die Befreiung von jeglicher Burggrafenherrschaft. Das bedeutete, dass die Stadt von nun an nur noch dem Kaiser selbst unterstellt war. Noch gab es keine politische Selbstverwaltung, der Freiheitsbrief bildete aber die Grundlage dazu.

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